Das spanische Tennissystem in 3 Schritten erklärt

Das spanische Tennissystem in 3 Schritten erklärt

Was wir vom spanischen Tennissystem lernen können! In drei Teilen berichte ich über unseren Selbstversuch im spanischen Castelldefells nahe Barcelona, wo wir im Club de Tennis Andres Gimeno trainiert haben.

Um besser zu werden muss man oft seine alte Denkweise und so manche Scheuklappe in seinen Vorstellungen über den Haufen werfen. Oft muss man sogar ein wenig schockiert werden, um selbst Neues wahrzunehmen und zu glauben. Und getreu dem Motto: jeder braucht einen Trainer, haben wir uns selbst auf die Suche gemacht.

Auf der Suche nach taktischen und technischen Konzepten, stehe ich auf Court 21 des Club de Tennis Andres Gimeno. 18° Grad, sonnig, rechts und links knallen Tennisbälle. Mir gegenüber steht Sixto Golobart Belier, mein Coach, mein Ideengeber und mein Mann, um einen Einblick zu bekommen wie in Spanien trainiert und gearbeitet wird.

Unsere Coaches sind in Barcelona gelandet. Wir holen uns den letzten Feinschliff. Bestes Training für unsere Athleten und Gäste in den GRAND TOURS Tenniscamps. #gttc2015 #immerbesserwerden #readyforclay

 

Sixto Golobart Belier, ein ehrlicher Spanier, der selbst auf der ATP Tour gespielt hat, jetzt mittlerweile Mitte 40, spricht extrem schnell Englisch und will sofort zur Sache kommen. Mit einem Racket der Marke Völkl in der Hand, spielt er kommentarlos den Ball cross an und los geht’s. Aufgabe ist es, den Ball mit viel Spin so nah als möglich an die seitliche Einzeloutlinie zu bringen. Das Einspielen im T-Feld erscheint ihm als unnötig und nicht für das Spiel selbst relevant.

Wochen zuvor haben wir in E-Mails die Details und die Intention meines Trainings abgeklärt. Nun ist es also soweit und ich stehe am Platz, um mehr Verständnis zu bekommen, wie man hier im Kernland des Sandplatztennis Tennis versteht, trainiert und lebt.

45 Minuten später stehe ich noch immer in der Vorhandecke des mittlerweile sehr staubigen Sandplatz an der Grundlinie und schlage Bälle „cross“. Sixto unterbricht die Schlagsequenzen kaum, er erklärt mir während der Schläge was an den einzelnen Ballsprungpositionen die beste Antwortvariante wäre.

In Summe werden wir die erste Einheit mit Vorhandpositionen und taktischen Ideen verbringen.

 

Übung 1 von 3: Welchen Sinn hat Einschlagen für die Spanier?

 

Die wesentlichen Erkenntnisse und Übungen aus meiner Trainingswoche mit Sixto werde ich in drei Blogbeiträgen um den Jahreswechsel näher beschreiben, damit auch ihr etwas für eure Spielentwicklung mitnehmen könnt. Zu Beginn gleich Übung 1 von 3.

 

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Einspielen in Spanien

Interessant erscheint mir, dass die Position des zentralen Einschlagens total vernachlässigt wird. Man beginnt sofort den Ball in die Cross Richtung zu schlagen.

Der Ball wird vom Trainer konstant Cross gespielt. Der Athlet hat von Beginn an das Ziel den Ball so oft als möglich in ein Zielfeld zu spielen. Wobei der Trainer den Rhythmus vorgibt und darauf achtet dass der Ball mittels Flugbahnspiel gespielt wird.

Anfangs ist das Zuspiel des Trainers konstant cross, danach variiert der Trainer und spielt den Ball einmal mehr zur Mitte und dann wieder mehr nach Außen. Wird der Ball vom Trainer extrem kurz gespielt kommt ein zweites Zielfeld ins Spiel. Dieses befindet sich auf der Kurz Cross Position und wird dann einmalig angespielt. 

*1 / 2 / 3 der Trainer variiert das Zuspiel kaum in weiterer Folge und Dauer variiert das Zuspiel in der Länge und in der Position. Der Spieler hat die Aufgabe den Ball ständig Cross zu halten. Spielt der Coach den Ball in die nähe der T-Linie und mit einem passendem Winkel muss der Ball in das zweite Zielfeld welches die Kurz Cross Position kennzeichnet gespielt werden. Weiteres wird darauf geachtet dass die Beinpositionen sauber ausgeführt werden. Beispielsweise schwört Sixto bei Spielern im Amateurbereich, aus dem mittleren Bereichen des Feldes auf eine geschlossene Beinposition. ( Roter Kreis )

  • Längere Treffstrecke vom Schläger.
  • Es ist leichter über den vorderen Fuß zu spielen, daher weniger längliche Outbälle.  
  • Die Platzierung vom Ball im gegnerischen Feld wird erleichtert

Der Trainer zählt leise die Treffer im Zielfeld. Beispielsweise gibt es nach 3 mal 15 Treffern eine Pause.

 

KNIF Sports Tipp zu Übung 1

Diese Übung ist optimal, um die Geduld und die Konstanz der Schläge im Spiel zu trainieren, und dabei die Fähigkeit zu entwickeln, einfach mal abzuwarten, welche Antwort der Gegner auf eine statische Spielvariante parat hat.

 

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